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Mehr Schein als Sein: Das Janusmotiv im Job

Suzanne Grieger-Langer: So schützt man sich vor Kollegen, die nur vordergründig freundlich sind

Im Beruf kennt jeder Kollegen, die er mag, und solche, die er weniger mag. Das ist völlig normal. Meist deckt sich diese Einschätzung mit dem Großteil der Belegschaft. Das gilt insbesondere dann, wenn es um geschätzte Kollegen geht, die scheinbar niemals anecken und von allen gemocht werden. Und genau an dieser Stelle liegt das Problem: Wenn einem nämlich genau solch einer mal quer kommt, bekommt man häufig ungläubige Blicke zu sehen. „Du siehst Gespenster“, oder „Der soll so etwas gesagt haben? Das kann ich mir nun aber beim besten Willen nicht vorstellen“, lauten die typischen Reaktionen der anderen Kollegen, die nur eine Seite des Mitarbeiters kennen – nämlich die sympathische. Derjenige, dem dies bekannt vorkommt, sollte sich fragen, ob er es im Kollegenkreis mit einem doppelgesichtigen Trickser zu tun hat – quasi einem modernen Mr. Hyde.

Es gibt wohl niemanden, der nicht schon einmal von der Geschichte „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ gehört hat. Das dazugehörige Buch des schottischen Schriftstellers Robert Louis Stevenson aus dem Jahr 1886 wurde vielfach verfilmt. Die Novelle über den angesehenen Arzt Dr. Jekyll, der in der Nacht seine dunkle Seite als Edward Hyde auslebt, ist das beste Beispiel für einen Menschen mit zwei Gesichtern. Das Gleiche gilt für Janus, den römischen Gott des Anfangs und des Endes, der in der Mythologie mit zwei Köpfen abgebildet wird. Janus hat das Wort „Janusköpfigkeit“ für Menschen geprägt, die zunächst einmal sympathisch, offen, hilfsbereit und freundlich erscheinen und der Öffentlichkeit stets ihr Sonntagsgesicht zeigen. Ihr wahres Gesicht – also die dunkle Seite – bleibt zunächst verborgen. Dieses wird nur dann gezeigt, wenn sich der betreffende Kollege unbeobachtet oder überlegen fühlt. Ist der sprichwörtliche Vorhang schlussendlich gefallen, kommt die groteske Fratze zum Vorschein, die sich dahinter verbirgt.

Janusköpfige Kollegen haben ein simples Motiv: Sie wollen unter allen Umständen den positiven Schein aufrecht erhalten, der ihnen den Status als beliebter Sonnenschein sichert – notfalls auch mithilfe perfider Lügen. Alles an diesen Leuten ist mehr Schein als Sein. Das freundliche, gewinnende Gesicht soll allen im Betrieb vormachen, dass man es hier mit einem tollen, sympathischen Kerl zu tun hat, der immer da ist, um seine Hilfe anzubieten, wenn es irgendwo brennt, dem man seine Sorgen anvertrauen kann und mit dem man jederzeit auch mal ein Feierabendbierchen trinken gehen. Dies ist die eine Seite der Medaille. Die andere zeigt der Januskopf nur dann, wenn er sich sicher ist, dass dies sonst niemand mitbekommt. Seine schlechte Seite kommt immer dann zum Vorschein, wenn der Trickser der Meinung ist, es mit jemandem zu tun haben, der ihm nicht das Wasser reichen kann – also insbesondere mit Kollegen, die in der Hierarchie unter ihm stehen oder von denen er denkt, dass sie dies tun.

Profiler wissen: Auch Menschen, denen der doppelgesichtige Trickser im Laufe der Zeit sein wahres Ich präsentiert, wurden zuvor mit dem Sonntagsgesicht um den Finger gewickelt. Das führt dazu, dass die Opfer erst einmal gar nicht wissen, wie ihnen geschieht, wenn die Maske fällt. Meist setzt der Blender sein sympathisches Gesicht gerade solange auf, bis er seine Forderungen durchgedrückt hat. Wer würde auch schon Nein sagen, wenn er von einem offenkundig sympathischen, allseits beliebten Kollegen um einen Gefallen gebeten wird? Erst, wenn eine gewisse Abhängigkeit zum Trickser besteht, weil man den Kollegen etwa mal um einen Gefallen gebeten hat, den dieser damals – vermeintlich gern – erledigt hat, packt der Blender seine wahre, brutale Seite aus.

Das, was Menschen, die sich auf der Arbeit mit einem doppelgesichtigen Mitarbeiter herumschlagen müssen, immer wieder erleben, ist der Umstand, dass ihnen niemand glaubt, wenn sie dies gegenüber anderen Menschen zur Sprache bringen. Selbst diejenigen, die das wahre Gesicht des fraglichen Mitarbeiters schonmal gesehen haben, trauen sich in aller Regel nicht, davon zu berichten – aus Angst, noch einmal in den Fokus des Tyrannen zu geraten.

Hier beginnen nun viele Menschen, an sich selbst zu zweifeln. Man denkt vielleicht, man tage selbst die Schuld daran, dass der Kollege derart ausfallend geworden ist. Da der Rest der Belegschaft scheinbar ein ganz anderes Bild vom Blender hat, kommen Selbstzweifel hoch, die soweit führen können, dass man denkt, man selbst wäre böse – wie sonst könnte man ein derart negatives Bild von einem Menschen haben, den alle anderen nett, loyal und sympathisch finden? Ein derartiger Zwiespalt kann mitunter zu einer waschechten Traumatisierung führen.

Derjenige, der den Verdacht hat, es im Betrieb mit einem doppelgesichtigen Trickser zu tun zu haben, kann folgende Dinge tun:

  1. Klärung: Zuerst einmal darf man sich zugestehen, dass einen die eigene Wahrnehmung nicht trügt. Danach kann man das Gespräch mit anderem Mitarbeitern suchen und diese nach ihrem Eindruck fragen.
  2. Stabilisierung: Desweiteren geht es darum, Verbündete zu finden. An dieser Stelle ist Zeit, wieder in die eigene Kraft zu kommen.
  3. Aufdeckung: Wer eine Situation provoziert, in der andere Mitarbeiter mitbekommen, was der Blender so treibt, wird nach und nach immer mehr Menschen auf seiner Seite haben. Die Taten an die Öffentlichkeit zerren, lautet hier die Lösung.

Abstand halten, aufrechnen, abgrenzen: So legen Sie Manipulateuren das Handwerk

Suzanne Grieger-Langer: Niemand muss sich im Job ausnutzen lassen!

Diese Situation kennt wohl jeder: Da hat man einen Kollegen im Job mal um einen kleinen Gefallen gebeten – und schon bekommt man diese Hilfe immer wieder aufs Brot geschmiert, wenn es etwa darum geht, eine Gegenleistung zu erbringen – vielleicht in Form von unliebsamen Arbeiten oder Extraschichten. Trotz allen Einsatzes fühlt man sich anschließend weiterhin schuldig – schließlich wird der einst so hilfsbereite Kollege nicht müde, immer wieder zu betonen, wie großartig und rühmlich seine Hilfe damals war. Das nächste Mal, wenn Sie sich deshalb schuldig fühlen, halten Sie zunächst einmal inne. Fragen Sie sich ganz konkret, ob Sie tatsächlich bei jemandem in der Schuld stehen. Es kann nämlich ebenso gut sein, dass sie schlicht und einfach manipuliert wurden. In diesem Fall handelt es sich nicht um eine wirkliche Schuld, sondern vielmehr um ein Schuldgefühl – also den Anschein von Schuld.

Schuld ist ein vielschichtiges Thema, das viele Bereiche umfasst: ethische, soziale, rechtliche und psychologische. Gleichzeitig ist Schuld ein anthropologisches Phänomen, das Menschen in allen Kulturen immer wieder aufleben lassen. Schuld ist etwas Alltägliches, das das Schuldgefühl typischerweise gleich mitliefert – als etwas zutiefst Menschliches. Das Gefühl, bei einem Kollegen in der Kreide zu stehen, ist äußerst unangenehm. Schließlich fühlt sich eine unerledigte Bringschuld auch immer wie eine Abhängigkeit an, bis man sich schlussendlich mit einem oder mehreren Gefallen davon befreit hat. Eben dieses Gefühlsphänomen machen sich Trickser zunutze. Im Job etwa wollen sie uns weismachen, wir hätten – mindestens moralisch – gar keine andere Wahl, als immer neue Forderungen zu erfüllen.

Menschen, die ihre Hilfe nur deshalb anbieten, um anschließend Gegenleistungen fordern zu können, die in keiner Relation mehr zum ursprünglichen Entgegenkommen stehen, nennt man Manipulateure. Manipulateure gibt es nicht nur im privaten Umfeld, sondern eben auch im beruflichen – und zwar sowohl im Kollegenkreis als auch in der Chefetage. Das Motiv dieser Trickser: Sie setzen auf die Schuld-Taktik, um bei Kollegen, aber auch in der Chefetage die unterschiedlichsten Dinge einzufordern – etwa, wenn es darum geht, unliebsame Aufgaben abzugeben oder etwaige Extraschichten zu vermeiden.

In der Regel halten Trickser wie diese ihren Opfern eine Hilfsaktion aus der Vergangenheit vor, in der sie sich als Retter hervorgetan haben. Vielleicht haben sie mal – vermeintlich großzügig – jemandem beim Erledigen einer Arbeit geholfen, damit alles fristgerecht fertig wird, oder einen Dienst mit einem Kollegen getauscht, der dringend Ersatz suchte. Genau in diesem Moment, so wird der Trickser anschließend nicht müde zu betonen, sei die Schuld entstanden, in der man nun stehe. Etwaige Zweifel daran tut der Trickser mit großem Nachdruck und lauter Kritik ab. Wer sich auf ein derartiges Machtspiel einlässt, wird schneller, als ihm vielleicht lieb ist, feststellen, dass er ausgenommen wird wie die sprichwörtliche Weihnachtsgans.

Der ursprüngliche Gefallen, um den man seinen Kollegen dereinst gebeten hatte, wird auf diese Weise zu einem Schuldschein, der Monate oder sogar Jahre lang immer wieder moralisch mahnend hervorgeholt wird, wenn etwas nicht so läuft, wie es sich der Blender wünscht. Profiler wissen: Bei diesen Schuldscheinen handelt es sich um eben das, was es wortwörtlich meint: den Schein von Schuld. Dies aber muss man erst einmal durchschauen, denn die Blender verstehen es vorzüglich, den Anschein zu erwecken, es gäbe tatsächliche eine Schuld. Wer Opfer eines solchen Manövers wird, hat sich in Wahrheit ein X für ein U vormachen und sich emotional erpressen lassen.

Damit ein Trickser sich möglichst lange auf seiner Masche ausruhen kann, sammelt er gern eine ganze Menge Hilfsaktionen, die er dann als Hilfs-Schuldscheine einsetzt, um seine Forderungen mit – seiner Meinung nach – Fug und Recht durchzudrücken. Außerdem gibt es die scheinbaren Opfer-Schuldscheine, bei denen der Blender auf die Tränendrüse drückt, um das Team dazu zu bewegen, seine Arbeit mitzumachen, weil es ihm so furchtbar schlecht geht oder er enorme private Belastungen hat – oder, oder, oder. Auf welche Form auch immer der Trickser in Ihrem Kollegenkreis setzt: Es sind immer alte Kamellen, die wieder und wieder aufgewärmt werden, um unverschämte – und typischerweise vollkommen ungerechtfertigte – Bitten an seine Beute zu stellen.

Die meisten Trickser sammeln nur einige wenige emotionale Schuldscheine, um sich mit einem relativ kleinen Gegenwert zufrieden zu geben: Sie haben etwa ausgerechnet dann schlimme Bauchschmerzen, wenn sie gebeten werden, eine Zusatzaufgabe zu erledigen. Doch es gibt auch Nimmersatte unter den Tricksern, die um höhere Einsätze spielen. Diese Manipulateure plustern ihre Schuldscheine groß auf und sind sich auch keineswegs zu schade, Schuldscheine zu fälschen oder gleich gänzlich zu erfinden. Die betrügen ihre Kollegen, Chefs und Mitarbeiter ganz ungeniert, weil sie in ihren eigenen Augen so viel Guthaben auf ihrem Leistungskonto haben, dass sie sich vollkommen berechtigt fühlen, um Arbeitszeit zu betrügen oder ganze Rufmordkampagnen anzuzetteln. Nicht selten werden solche Exzesse auch lautstark begründet: „Ich habe das lange genug ertragen!“, „Nun reicht es aber“ oder „Nun habe ich aber die Nase voll!“. All das sind typische Aussagen, die die Opfer vorab zu hören bekommen. Übersetzt meint der Trickser, er könne nun an der großen Losbude des Lebens endlich seinen Preis abholen – selbst, wenn sein Schuldschein nur auf Lügen basiert. In aller Regel ist der Tropfen, der das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen gebracht hat, eine Kleinigkeit gegen das, was der Trickser dafür fordert.

 

Was können Opfer tun, um Blendern, die sich immer wieder auf eine vermeintliche in der Vergangenheit angehäufte Schuld berufen, das perfide Handwerk zu legen?

  1. Abstand: Bevor man überhaupt irgendetwas tut, sollte man zunächst auf Abstand zum Blender gehen – raus aus der Manipulationsblase und zurück zu sich selbst.
  2. Aufrechnung: Im nächsten Schritt sollte man unbedingt prüfen, ob man sich tatsächlich verschuldet hat oder nicht. Es ist nicht selten so, dass der „Punktestand“ sogar zu den eigenen Gunsten ausfällt. Ein neutraler Blick ist unabdingbar, um die Situation so einzuschätzen, wie sie wirklich ist.
  3. Abgrenzung: Generell ist es absolut notwendig, sich dem Trickser gegenüber abzugrenzen und nachdrücklich klarzustellen, dass der sprichwörtliche Drops längst gelutscht ist. Im Prinzip reichen vier Buchstaben: Nämlich ein klares NEIN. Wer hier keine deutlichen Worte findet, sollte sich nicht wundern, wenn er auf immer und ewig Spielball des Tricksers in dessen Machtspiel bleibt.

Trickser haben ein besonders gutes Handicap

Suzanne Grieger-Langer: So durchschaut man unglaubwürdige Schutzbehauptungen

Wer in seinem Leben schon einmal Opfer eines Tricksers geworden ist, hat sich bestimmt vorgenommen, nie wieder auf die Masche eines Blenders hereinzufallen. Man ist fest entschlossen, fremden Menschen, denen man privat oder im Beruf begegnet, künftig mit besonderer Vorsicht zu begegnen, um die sprichwörtliche Spreu vom Weizen zu trennen, bevor es wieder einmal zu spät ist und man sich erneut von Lügen und Manipulationen hat blenden lassen. Diese Schutzhaltung ist nachvollziehbar, reicht aber in den meisten Fällen als Verteidigungsstrategie nicht aus. Denn: Unter den Tricksern gibt es welche, die ihr perfides Handwerk besser verstehen als andere. Die Meister unter den Blendern haben ein besonders gutes Handicap in ihrem fragwürdigen Metier.

Das Handicap eines Tricksers ist das, was man in der Kriminalistik eine unglaubwürdige Schutzbehauptung nennt. Es sind fadenscheinige Ausreden, die das Gegenüber in eine Rolle drängen, in der es das Gefühl bekommt, den Trickser retten zu müssen. Dem Blender selbst geht es allerdings schlicht darum, Mitleid bei seinem Opfer zu erzeugen, um seinen Willen durchzusetzen und dabei unangenehme Konfrontationen zu vermeiden. Dabei setzt der Blender sein manipulatives Verhalten ganz geschickt immer dann ein, wenn andere Manipulationstechniken versagen.

Das Handicap des Tricksers legt — wie beim Golf die Spielstärke — die Verantwortungs- und Einsatzstärke fest. Während man beim Golf allerdings stolz ist auf ein niedriges Handicap und damit auf eine hohe Spielstärke, ist der Trickser an einem möglichst großen Handicap und damit an einer möglichst niedrigen Verantwortungseinforderung interessiert. Denn dann darf er viel öfter zu- und abschlagen, ohne dafür die Konsequenzen tragen zu müssen.

Profiler wissen: Der Trickser benutzt sein Handicap, um im Machtpoker die Verantwortung auf die anderen Beteiligten zu verteilen. Egal, was schiefläuft: In den Augen des Blenders tragen immer die anderen die Schuld – Kritik prallt gänzlich an ihm ab. Sein Handicap soll den Blender rechnerisch angleichen. Damit kann er durchaus gegen sein Opfer gewinnen, auch wenn dieses besser spielt, kompetenter, zuverlässiger und stärker ist. Das Handicap ist prinzipiell nichts weiter als die gute alte Mitleids-Masche. Im Notfall wird dann auch schon mal in tränenreicher Verzweiflung auf das persönliche

Handicap verwiesen. Und dann ist plötzlich kein Raum mehr für die Anfragen oder Forderungen von Kollegen oder Vorgesetzten. Kollegen, die hier nicht hellwach sind und die Situation durchblicken, werden sich schnell dabei ertappen, mit dem Trickser mitzufühlen, seine Angst zu teilen und ihn zu trösten.

So mancher Trickser entpuppt sich als eine wahre „Zitronenpresse“: Er schlägt die Gefühlssaite an und nutzt seine Kollegen aus, indem er immer mehr Hilfe und Unterstützung verlangt und dafür immer neue Geschichten vorgaukelt. Wenn der Retter – sprichwörtlich ausgepresst wie eine Zitrone – nicht mehr „rentabel“ genug ist, entledigt sich der Blender seiner ohne die geringste Gemütsbewegung. Erst, wenn ein Helfer fallengelassen wird wie eine heiße Kartoffel, wird den meisten bewusst, dass sie überhaupt ein Opfer geworden sind.

Ein Handicap kann alles sein. Bei den Vätern und Müttern unter den Tricksern sind die Kinder das größte Handicap: Arbeitgeber, Vorgesetzte, aber auch Kollegen, die beispielsweise fordern, rechtzeitig zur Arbeit zu erscheinen oder Überstunden zu machen, um eine Terminsache fristgerecht zu erledigen, müssen sich mitunter gefallen lassen, dass man sie als kinderfeindlichen Karrieristen abstempelt. Es geht aber auch subtiler: Trickser schieben nicht selten einfach den Stress im Alltag, diffuse Schmerzen oder eine nicht funktionierende Beziehung vor, um im Job von Zusatzaufgaben ausgenommen zu werden und möglichst glimpflich – soll heißen ohne große Anstrengung – durch den Arbeitsalltag zu kommen.

Was auch immer die Gründe eines Tricksers für seine Verantwortungsvermeidung sein mögen – sie sind unannehmbar und das Verhalten unentschuldbar, denn die perversen Manipulationen verursachen ernsthafte Störungen im Team und im gesamten Unternehmen.

 

Drei Tipps, um sich vor Manipulationen zu schützen, lauten:

  1. Kläre, was die Vertragssituation ist: Wird jeder seiner Seite gerecht? Oder beklagt gerader derjenige Ungerechtigkeit, der selbst ungerecht ist?
  2. Prüfe, wie das Verhältnis von Geben und Nehmen ist: Erkennst Du auch bei sachlicher Prüfung ein Ungleichgewicht?
  3. Und selbst wenn es sich um ein echtes Handicap, vielleicht sogar eine Notlage handelt: Kannst Du Dich und Dein Team tatsächlich damit zusätzlich belasten?
Suzanne Grieger-Langer über Manipulation - Photo by Yomare -pixabay

Trickser manipulieren Nähe und Distanz

Suzanne Grieger Langer: So stärken Sie Ihre Position im Machtpoker

Menschen, die im Beruf erfolgreich sind oder werden wollen, wissen, dass der Weg zum Ziel mitunter steinig ist. Die Karriereleiter ist voll von unzähligen Herausforderungen und Stolpersteinen, die einem häufig von Männern und Frauen in den Weg gelegt werden, die den Aufstieg eines Kollegen damit ganz bewusst sabotieren. Die Gründe dafür sind subtil und pragmatisch zugleich: Oft sind es Neid, Missgunst und die eigenen beruflichen Ambitionen, die Trickser und Blender zu ihren Machtspielchen antreiben. Schützen kann sich nur, wer die Spielregeln dieses Machtpokers kennt.

Trickser manipulieren Nähe und Distanz, Oben und Unten, Wahrheit und Gewissheit. Blender führen ihre Opfer in eine Illusion, indem sie sie glauben lassen, die Wahrheit zu kennen. Dabei ist es immer nur der Glaube an eine vermeintliche Wahrheit, der den Ausgetricksten in trügerischer Sicherheit wiegt, nicht die Wahrheit selbst. Im treuen Glauben an diese Gewissheit lassen sich die Opfer der Blender immer weiter weg lenken von der Wahrheit selbst. Wenn die Manipulierten – oft unsanft – aus ihrer Illusion gerissen werden, ist es meist zu spät – dann ist der Schaden bereits angerichtet. Bis es dazu kommt, dass ein Opfer gewahr wird, dass es überhaupt ein Opfer ist, vergehen nicht selten mehrere Jahre. Dementsprechend braucht es hier keine gesonderte Erklärung dazu, wie wichtig es ist, gar nicht erst in den Bann eines Blenders zu geraten.

Wer sich vor Manipulationen schützen will, muss zunächst einmal einen Blick für diejenigen Situationen entwickeln, in denen Manipulationen drohen. Erst, wenn man erkennt, was da tatsächlich vor sich geht, kann man auch dagegen vorgehen – und zwar, indem man den Blender mit seinen Lügen konfrontiert. Dazu braucht man einen klaren Kopf und eine gute Strategie. Appeasementpolitik bringt hier niemanden weiter. Der Trickser hat sowieso wenig bis überhaupt keinen Respekt vor seinen Opfern. Wer denkt, durch Sympathie, Nettigkeiten, konstruktive Kritik und kollegiale Gespräche wieder eine gemeinsame Basis herstellen zu können, der irrt. Profiler wissen: Sympathie braucht Respekt. Den aber bringt der Trickser gar nicht erst auf für andere Menschen – insbesondere nicht denen gegenüber, die er für Opfer hält. Wer zu nachgiebig auftritt, befeuert noch die Verachtung, die der Trickser ohnehin schon für ihn hegt. Wer in Harmoniesucht alles mitmacht und sich nicht traut, mit der sprichwörtlichen Faust auf den Tisch zu hauen, bleibt eine Spielfigur im Machtpoker.

Wer verhindern will, im beruflichen Alltag Opfer eines Blenders zu werden, muss sich zunächst einmal selbst darüber im Klaren werden, was er will – und was nicht. Eine Universallösung für Manipulationen besteht darin, die persönliche Eigenverantwortung zu stärken. Auch hilft es, gegenseitige Wertschätzung und Akzeptanz zu leben. Positionen müssen klar formuliert werden. Gleichzeitig sollten auch die Meinungen, Wünsche und Haltungen der Kollegen akzeptiert und respektiert werden – selbst dann, wenn sie der eigenen Haltung entgegenstehen. Bei unterschiedlichen Positionen empfiehlt es sich, die Hintergründe aktiv und interessiert zu hinterfragen. Gleichzeitig sollte man die Hintergründe zu seiner eigenen Position formulieren.

 

Manipulationen werden oftmals in unsicheren Situationen eingesetzt. Eine sichere, erlaubende Atmosphäre reduziert also nicht nur die Anzahl von Manipulationen und manipulativen Machenschaften, sondern auch deren Härtegrad.

Suzanne Grieger-Langer: Psychopathen wissen, wie man Menschen manipuliert

Profiler raten: Entscheider sollten schon im Bewerbungsprozess die sprichwörtliche Spreu vom Weizen trennen

Der Begriff des Psychopathen ist weithin geläufig: Die Menschen verbinden damit zwielichtige Gestalten in Film und Fernsehen, die etwa als Serienmörder ganze Scharen von Ermittlern auf Trab halten, bevor sie in einem rasanten Finale festgesetzt und ihre kriminellen Machenschaften gestoppt werden können. Nur die wenigsten Menschen wissen indes, dass uns Psychopathen ganz konkret auch im Alltag begegnen: Nicht als Gewalttäter im eigentlichen Sinne, wohl aber mit der gleichen negativen Energie: Psychopathen – egal ob privat oder beruflich – geht es darum, ihre persönlichen Ziele zu erreichen, und zwar ohne Mitleid, Rücksicht oder Reue. Wer verhindern will, einen Psychopathen auf einen wichtigen Posten zu setzen oder – so dies versehentlich schon geschehen ist – diesem eine sensible Aufgabe anzuvertrauen, muss wissen, wie dieser tickt.

Einem Psychopathen fehlt von Geburt an der emotionale Link im Gehirn. Sein Gefühlsapparatur steht quasi ab Werk auf „Off“. Weil Gefühle Menschen bekanntlich sehr stressen können, lässt der Psychopath diese Einstellung sehr bewusst so, wie sie ist. Damit ist er im Geschäftsleben klar im Vorteil. Ein Psychopath ist zu allererst ein Eindrucksmanager: Er steuert gezielt den Eindruck, den andere von ihm haben. Ganz anders sieht dies bei den Aufgaben aus, die ihm im beruflichen Alltag zugewiesen werden: Diese erledigt er nur dann, wenn es seinem persönlichen Plan dient. Denn nur diesem Plant dient auch er selbst. Der Psychopath ist ein Performer, der ausnahmslos für sich selbst arbeitet. Psychopathen können Firmen kurzfristig voranbringen – aber nur dann, wenn dies zufällig ihrem eigenen Ziel entspricht. Irgendwann wird ihnen langweilig und dann richten sie Schaden an. Die Gefahr ist systemimmanent. Der Psychopath ist also ein Loyalitätssimulant und damit brandgefährlich – man kann nie wissen, was er als Nächstes tut. Bei einem Psychopathen hat man es mit einem Blender zu tun, der nur oberflächlich über Charme verfügt. Worüber er allerdings sehr wohl verfügt, sind raffinierte Lügen und einnehmende Umgangsformen. Diese helfen ihm dabei, hohe Positionen einzunehmen und das Vertrauen der Entscheider zu gewinnen.

Ein Psychopath ist überzeugt von seinem übersteigerten Selbstwert. Das lässt ihn mitunter äußerst arrogant und eingebildet reagieren – aber immer nur Menschen gegenüber, die er niedriger einstuft, als sich selbst. Kritik prallt ganz und gar an ihm ab. Der Psychopath ist ein versierter Lügner und führt seine Opfer ohne Skrupel bewusst in die Irre –  manchmal einfach nur aus Langeweile. Dabei fehlt es ihm an jeglichem Reuegefühl oder Scham. Profiler wissen: Ein Psychopath ist geradezu unbarmherzig und blind für die Bedürfnisse anderer. Sofern ihm diese nicht dienen, hegt er Verachtung für seine Kollegen, die er nicht selten als Opfer sieht.

So, wie der Psychopath menschliche Beziehungen komplett ablehnt – ganz egal, ob es sich um persönliche oder berufliche dreht – lehnt er auch jegliche Form von Absprachen ab. Verabredungen und Verträge hält er nicht ein. Dass dieser Wesenszug im Beruf an allen Ecken und Kanten zu Problemen führt, bedarf keiner gesonderten Erklärung. Insgesamt ist der Psychopath die wandelnde Verantwortungslosigkeit, weshalb es immens wichtig ist, einen Menschen mit diesem Wesensmerkmal möglichst früh – am besten bereits im Bewerbungsprozess – von den geeigneten Jobanwärtern zu unterscheiden. Entscheider sind gut beraten, ein besonderes Augenmerk darauf zu legen, wie jemand kommuniziert. Der Psychopath fordert typischerweise vom Umfeld vieles ein, was er selbst nicht liefert – etwa Respekt oder Fairness. Dabei ist er absolut unempfänglich für jede Form der psychologischen Manipulation – ganz einfach deshalb, weil er emotional nicht empfänglich ist. Um einen Psychopathen zu enttarnen, bevor er großen Schaden anrichten kann, sollte man also zwingend beobachten, wie jemand mit Menschen interagiert, die er einer Nieder-Relevanz-Kategorie zuordnet – und zwar dann, wenn er sich unbeobachtet fühlt. Wertet er ab, manipuliert er und verhält er sich aggressiv? Dann sollte man definitiv die Finger von ihm lassen.

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Suzanne Grieger-Langer: Mobber, Hater und Trolle sind weiter auf dem Vormarsch

Opfer von Cybermobbing bleiben mit ihrem Leid oft im Verborgenen

Die Digitalisierung hat viele Vorteile: Komplexe Prozesse können inzwischen bequem per Knopfdruck erledigt werden, unzählige Arbeitsschritte wurden vereinfacht, beschleunigt und automatisiert. Gleichzeitig stellt die Tatsache, dass Privatpersonen, Unternehmer und Firmen heute allesamt auch online stattfinden, die Gesellschaft vor gänzlich neue Herausforderungen: Das Internet ist nicht nur Tor zur Welt, sondern auch ein Einfallstor, durch das Mobber, Hater und Trolle ihren Hass transportieren. Cybermobbing und Rufmord im Internet sind inzwischen zu einem ernsthaften Problem geworden.

Verbale Angriffe im Netz finden zwar digital statt, haben jedoch weitgehende Konsequenzen auch für die reale Welt. So kann digitaler Rufmord nicht nur seelische Schäden bei den Betroffenen anrichten, sondern auch den ganzen Lebenslauf und die Karriere zerstören – beispielsweise dann, wenn Geschäftspartner Unwahrheiten für bare Münze nehmen und in der Folge Geschäftsbeziehungen zu Mobbingopfern beenden. Das gleiche gilt für kleinere Unternehmen, aber auch für ganze Konzerne, deren Ruf durch Attacken von Internettrollen derart geschädigt werden kann, dass sie sich davon nie wieder erholen. Im Prinzip kann Cybermobbing also Existenzen zerstören.

Die Sprache der Trolle wird als Framing bezeichnet. Es schafft enge Denkkorridore: Wer den Cybermobbern lange genug folgt, wird am Ende den vorgegebenen Korridor entlang gehen und – wie von den Hatern vorgesehen – zu dem Schluss kommen, den sich die Störenfriede wünschen. Profiler wissen, dass das menschliche Gehirn Fakten nicht rein rational verarbeiten kann. Das Gehirn benötigt eine Hilfestellung, eine Einordnung, also eine Perspektive auf den Fakt. Framing stellt diese Perspektive künstlich her. Trollen zielen darauf, einen Referenzrahmen zu schaffen, in dem ein Fakt eine emotionale Bedeutung erhält, die beim Leser die jeweils gewünschte Reaktion auslöst. Wie beim wirklichen Mobbing auch, kommen Cybermobber meist erst in der Gruppe so richtig in Fahrt: In Hasskommentaren stacheln sie sich gegenseitig an. Beim Cybermobbing geht es den Trollen immer auch darum, Mit-Leser zu haben, die sich unterhalten fühlen, solange sie der Hass nicht selbst betrifft. Auch die Leser, die das Unrecht in den Posts erkennen, trauen sich meist nicht, sich einzumischen – nicht selten aus Angst, selbst ins Kreuzfeuer zu geraten.

Im Vergleich zum Mobbing im realen Leben fällt es Tätern beim Cybermobbing noch leichter, Grenzen zu überschreiten: Sie fühlen sich sicher, weil sie in der Anonymität des Internets annehmen, für ihre Lügen nicht zur Verantwortung gezogen werden zu können. Mitleid haben sie nicht: Dafür sorgt schon allein die Tatsache, dass sie ihr Opfer nicht direkt vor Augen haben – und damit auch nicht das Leid, das sie durch ihren virtuellen Beschuss verursachen. Opfer, die sich nicht trauen, andere um Hilfe zu bitten, bleiben im Verborgenen. Dabei sind die Auswirkungen von Cybermobbing oftmals schlimmer als die des Mobbings im realen Leben – insbesondere, weil man vor dieser Art von Mobbing nie sicher sein kann: Cybermobbing ist Mobbing, das über den Rechner quasi direkt Einzug hält im Zuhause der Opfer – also in genau dem Bereich, der eigentlich Schutz und Zuflucht bieten sollte. Die Opfer sind dem Hass der Cybermobber somit 24 Stunden am Tag ausgesetzt. Sie leiden auch unter der Ungewissheit, wer sich hinter den Angriffen versteckt, denn es könnte jeder sein – auch jemand, mit dem man bekannt oder sogar befreundet ist. Diese Ungewissheit verunsichert viele Menschen, die dadurch Misstrauen selbst gegenüber engen Freunden entwickeln.

Die Hater greifen nicht nur Personen, sondern auch ganze Unternehmen an. Zu den häufigsten Arten von Cybermobbing gegen Unternehmen gehören Fake-Bewertungen, die auf Bewertungsportalen oder Verkaufsplattformen platziert werden. Die Verleumdung findet nicht selten auch auf Facebook oder via Twitter statt. Trolle mögen diese Plattformen, weil Schmähbeiträge dort innerhalb kürzester Zeit von vielen Usern gesehen und geteilt werden können.
Ist das Ansehen einer Firma durch üble Nachrede und ungerechtfertigte Kritik erst einmal ruiniert, ist es schwer, den guten Ruf wiederherzustellen. Firmen, die sehen, dass in Foren oder sozialen Netzwerken Unwahrheiten oder Beleidigungen über sie verbreitet werden, sollten sofort handeln, um folgenschwere Schäden ihres Rufs zu vermeiden. Zudem ist es immer auch ratsam, im eigenen Betrieb ein professionelles Reputations- und Krisenmanagement zu betreiben.

Digitale Beschimpfungen oder Verleumdungen sind kein Kavaliersdelikt: Es handelt sich um Straftaten, die mit Freiheitsstrafen von einem (Beleidigung) bis fünf Jahren (Verleumdung) geahndet werden können. Dem Gesetz zufolge stellen ganz unterschiedliche Arten von Aussagen eine Straftat dar – etwa falsche Tatsachenbehauptungen. Stellt sich eine Behauptung als nachweislich unwahr dar, kann ein entsprechender Post auch als üble Nachrede gelten und bestraft werden. Noch gravierender ist die Straftat, wenn ein Mobber seine Behauptung „wider besseres Wissen“ tätigt – also obwohl er ganz genau weiß, dass sie nicht der Tatsache entspricht. In einem solchen Fall spricht das Gesetz von Verleumdung.

Lässt sich der Wahrheitsgehalt eines Posts nicht überprüfen, handelt es sich um ein Werturteil. Hiermit kann sich ein Mobber zumindest der Beleidigung schuldig machen. Dabei ist es im Ernstfall an den Gerichten, eine exakte Linie zwischen zulässigem Werturteil und einer Schmähkritik zu definieren.

Portrait Profiler Suzanne-Grieger Langer

Profiler Suzanne Grieger-Langer: Kritik hat nicht immer Hand und Fuß

Das Annehmen von Kritik fällt nicht selten schwer: Man fühlt sich vielleicht in seinem Ego angekratzt oder in seinen Leistungen nicht anerkannt. Es ist also kein Zufall, dass das Internet voll ist mit unterschiedlichen Ratgebern dazu, wie sich Kritikfähigkeit üben und als erstrebenswerte Tugend einer gereiften Persönlichkeit und perfektionieren lässt. Dabei wird nur eine Frage oft übersehen: Die nach dem Kritiker und dem Wesen der Kritik selbst. Oft nämlich hat Kritik weniger mit dem zu tun, dem sie gilt, als mit dem, der sie äußert.

Der gefragte britisch-US-amerikanische Autor und Unternehmensberater Simon Sinek ist der Meinung, dass sich das Wesen jeder Handlung und Aussage entschlüsseln lässt, wenn man sie unter drei Gesichtspunkten betrachtet: Was, Wie und Warum. Dem Fachmann zufolge befasst sich Kommunikation viel zu oft zunächst mit dem Was, dann erst mit dem Wie und zuletzt schließlich mit dem Warum. Dabei sei das Warum der Kern der eigentlichen Aussage und damit quasi ihre Motivation. Sinek stellt dies plakativ in dem von ihm entwickelten „Golden Circle“-Modell vor, bei dem drei Kreise ineinander liegen, die jeweils eine der drei goldenen Fragen symbolisieren.
Der äußere Kreis zeigt das Was: die harten Fakten, Daten und Zahlen, also die Ratio des Menschen. Eine Stufe weiter innen liegt der Kreis des Wie: die Art und Weise, wie wir etwas tun oder sagen. Ganz innen schließlich befindet sich der Kreis des Warum: Warum tun oder sagen wir etwas? Dies ist die Stufe der menschlichen Überzeugungen, der Intuition, des menschlichen Verhaltens und der eigentliche Kern einer jeden Tat oder Aussage. Auch Kritik lässt sich mit dem „Golden Circle“ auf ihr Wesen herunterbrechen.

Um herauszufinden, ob Kritik Hand und Fuß hat, sollte man also Folgendes fragen: Was wird kritisiert, wie wird kritisiert und vor allem: warum? Die eigentliche Kritik hat in vielen Fällen mehr mit dem Wertesystem des Kritikers zu tun, als mit demjenigen, dem sie gilt. Naturgemäß stört einen nämlich immer nur das, was nicht zur eigenen Weltsicht passt. Typischerweise werfen Kritiker ihrem Gegenüber also genau das vor, was sie selbst tun, aber nicht wahrhaben wollen. Das ist das Wesen der Kritik – also das Was.

Die Art, wie Kritik zu Gehör gebracht wird, hat ebenfalls unmittelbar mit dem Wertesystem des Kritikers zu tun. Manchmal erkennt man, dass ein Kritiker bloß darauf aus ist, sich selbst zu erhöhen, indem er andere abwertet. Daran, wie die Kritik ausgedrückt wird, lässt sich also die Entwicklungsreife des Kritikers selbst ablesen. Je wohlwollender die Kritik im Sinne eines Feedbacks ist, desto entwickelter ist die Persönlichkeit, die sie äußert selbst. Je kränkender, vielleicht sogar persönlich die Kritik ist, desto unreifer ist die Person. Letzteres hat mehr mit „Fingerpointing“ zu tun, bei dem der Kritiker dem Finger auf andere zeigt, um von sich selbst abzulenken. Der letzte, aber wichtigste Punkt des Goldenen Kreises markiert das Warum. Warum wird die Kritik geäußert? Wenn sie nur darauf zielt, das Ego des Kritikers zu bedienen, oder darauf, dem eigenen Ärger Luft zu machen, hat Kritik also weder Hand noch Fuß.

Top 100 Excellent Speakers: Suzanne Grieger-Langer zählt zur ausgewählten Expertengruppe

Renommiertes Nachschlagewerk stellt hochkarätige Speaker, Referenten und Experten in den Bereichen Politik, Bildung und Sport vor

Frankfurt, 24. September 2018.

Mit dem Top 100 Excellent Speakers Katalog stellt das Bildungsnetzwerke von Speakers Excellence die besten Speaker und Referenten im deutschsprachigen Raum in einem eigenen Katalog vor. Die Top 100 Excellent Speakers werden durch ihre besondere Kompetenz und rhetorischen Brillanz mit dem „Top 100 Speakers“-Siegel exklusiv ausgezeichnet. Zu dieser ausgewählten Expertengruppe zählt auch die erfolgreiche Wirtschaftsprofilerin Suzanne Grieger-Langer.

Um in den Top 100 Katalog aufgenommen zu werden, sind nicht nur herausragende Kompetenzen in einem einzigartigen Fachbereich wichtig, sondern auch die Leidenschaft für das jeweilige Thema. Relevant für die Aufnahme sind eine rhetorische Brillanz, das Talent, Menschen zu begeistern, die Meinungsführerschaft in einem Kernthema, regelmäßige Publikationen und eine eindeutige Positionierung auf dem Markt. All das trifft auf die gefragte Rednerin und Bestsellerautorin Suzanne Grieger-Langer zu, die mit „Cool im Kreuzfeuer“ im Oktober ihr neuestes Buch vorstellt.

Profiler Suzanne ist die Expertin, wenn es darum geht, ein verwöhntes Publikum glücklich zu machen. Sie tritt für Leistungsträger an und fordert den Status Quo der Schmuseführung heraus, indem sie Performer von Pfeifen und Psychopathen befreit. Wer die Topliga entscheidend mitgestalten will, ist bei ihr richtig. Die Keynote Speakerin ist Profiler, Bestsellerautorin, Lehrbeauftragte und Head of Think Tank der deutschen Wirtschaft. Die Unternehmerin ist mit 150 Experten weltweit aktiv. Sie instruierte Agenten und Zugriffskräfte im Überleben in Hoch-Risiko-Bereichen, kreiert mentale Sicherheitsarchitekturen für Top Entscheider und analysiert Gegner in existentiellen Verhandlungen. Ihr Profiling ist der Schlüssel zu sieben Milliarden Menschen. Die exklusive Online- und Printausgabe des Top 100 Excellent Speakers-Kataloges ist eines der renommiertesten Nachschlagewerke und Verzeichnisse für hochkarätige Speaker, Referenten und Experten in den Bereichen Politik, Bildung und Sport.

Weitere Informationen zu Suzanne Grieger-Langer und den Top 100 Excellent Speakers gibt es unter www.profilersuzanne.de und www.speakers-excellence.de.

Cambridge Analytica, Facebook und Co: So schützen Sie Ihre sensiblen Daten im Internet

Profiler Suzanne Grieger-Langer: „Alles, was Sie in den Sozialen Netzwerken über sich preisgeben, kann auch gegen Sie verwendet werden!“

Frankfurt, 4. September 2018.

Der Daten-Skandal rund um das britische Unternehmen Cambridge Analytica hat in der gesamten Welt für einen lauten Aufschrei gesorgt: Das Analysehaus soll unerlaubterweise millionenfach Daten von Facebook-Profilen ausgewertet haben, um damit den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump zu befeuern. Bei ihrer Untersuchung der Vorgänge ist die britische Datenschutzbehörde ICO jetzt zu dem Ergebnis gekommen, dass Facebook die Daten seiner Nutzer nicht ausreichend geschützt hat. Wie sich Verbraucher gezielt vor dem Diebstahl sensibler Daten im Internet schützen können, weiß Profiler Suzanne Grieger-Langer.

„Der eigentliche Skandal ist nicht, dass Cambridge Analytica unrechtmäßig millionenfach Facebook-Nutzerdaten ausgewertet hat. Der eigentliche Skandal ist, dass sich die Verbraucher darüber tatsächlich aufregen“, bringt es Suzanne Grieger-Langer provokant auf den Punkt. Schließlich habe es ein jeder selbst in der Hand, was und wieviel er über sich im Internet verrät. Der Fall Facebook könne ein guter Lernprozess für die Gesellschaft sein, was den Umgang mit persönlichen Daten im Internet angeht. „Die Nutzer sollten sich vor Augen halten, dass alles, was sie in den Sozialen Netzwerken über sich preisgeben, eben auch gegen sie verwendet werden kann“. Keinesfalls dürfe man der gutgläubigen Annahme erliegen, online wären einem alle wohlgesonnen, fügt die gefragte Vortragsrednerin hinzu.

Verbrauchern empfiehlt die ausgewiesene Expertin, insgesamt sorgsamer mit ihren Daten umzugehen. „Wir müssen lernen, dass die Daten, die wir online stellen, sehr wohl auch einen Einfluss auf unser Leben im Off haben können.“ Gar nichts im Internet über sich preiszugeben sei allerdings auch nicht der Weisheit letzter Schluss: „Dann nämlich fangen Neugierige erst recht an, zu graben – und wer gräbt, der findet immer etwas“, weiß die Autorin. Der Königsweg bestehe also darin, unverfängliche persönliche Informationen zu veröffentlichen, um das tatsächlich Private zu schützen. Die Kunst sei es, persönlich zu sein, ohne dabei privat zu werden. „Das ist wie beim Small Talk: Ich erzähle etwa, welches Essen ich bevorzuge, welche Länder ich bereist habe oder welche Musik ich mag. Privates über mich, meine Familie oder meine Gesundheit gebe ich aber nicht preis“, hebt die Wirtschaftsprofilerin hervor.

Weitere Informationen zum Thema Betrugserkennung, Profiling, Cybermobbing und digitalen Terror gibt es unter www.profilersuzanne.com bzw. unter ask.us@profilersuzanne.com.

Cybermobbing, Bullying & Co – Täter setzen auf die Anonymität im Netz

Profiler Suzanne Grieger-Langer: „Opfer haben das Recht auf Vergessenwerden!“

Frankfurt, 28. August 2018.

Laut aktuellen Schätzungen werden in Deutschland 1,5 Millionen Menschen gemobbt: In der Schule, auf der Arbeit – und zunehmend auch im Internet. Die Gründe dafür, dass jemand zum Opfer wird, sind denkbar banal: Oft reicht es schon aus, in irgendeiner Weise von der Norm abzuweichen, um in den Fokus der Hater zu geraten. Während die Motive seit Jahren die gleichen sind, ist im Zuge der Digitalisierung ein neuer, unschöner Trend zu beobachten: Mobbing verlagert sich zunehmend ins Internet. Die Anonymität des Internets habe die Hemmschwelle für Mobber stark gesenkt, beobachtet Profiler Suzanne Grieger-Langer.

„Das Internet bietet Mobbern den perfekten Rahmen für ihre perfiden Angriffe: Hier können sie Lügen über ihre Opfer verbreiten, ohne befürchten zu müssen, dafür zur Verantwortung gezogen zu werden. Denn das Internet bietet Trollen mannigfaltige Möglichkeiten, unerkannt und anonym zu bleiben“, hebt die Bestseller-Autorin hervor. Das virtuelle Bullying findet vorwiegend in den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter statt. Die Kommentare, die sich oft rasend schnell verbreiten, reichen von schlichten Beleidigungen bis hin zur Veröffentlichung unangemessener Fotos, die das Opfer denunzieren, oder privater Informationen. Dabei stehen sich die unterschiedlichen Geschlechter beim Cybermobbing in nichts nach – obwohl sich die Formen des Bullyings deutlich voneinander unterscheiden.

„Während Frauen eher subtil mobben, indem sie schlecht über jemand anderes reden, sich lustig über ihr Opfer oder dieses lächerlich machen, kann Mobbing bei Männern in handfesten Drohgebärden münden: Mobbende Männer neigen dazu, ihr Opfer zu erniedrigen und schrecken oftmals auch nicht vor der Androhung von Gewalt zurück“, weiß die Persönlichkeitsexpertin. Viele Mobbingopfer gehen durch die Hölle – mitunter wird die psychische Belastung so groß, dass ein Ausweg nur noch im Suizid gesehen wird. „Mobbing-Opfer sollten nicht zu lange damit warten, sich Hilfe zu holen“, betont Suzanne Grieger-Langer. Mithilfe professioneller Unterstützung könne man aufkommendes Online-Mobbing bereits im Keim ersticken. „Je größer die Kreise werden, die das Mobbing im Internet zieht, desto schwerer ist es, die Reputation des Opfers wieder herzustellen“, weiß die gefragte Vortragsrednerin.

Die Expertin empfiehlt, sich zunächst einmal selbst zu googeln. „Wer weiß, welche Informationen über ihn im Internet kursieren, kann Gegenmaßnahmen ergreifen. So ist es etwa möglich, bei den Seitenbetreibern gezielt die sofortige Löschung von Beiträgen oder Bildern fordern“, betont Suzanne Grieger-Langer. Die rechtliche Grundlage dafür habe der Europäische Gerichtshof im Jahr 2014 mit einem Urteil geschaffen, dass das Recht auf Vergessenwerden im Internet verbrieft.

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