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Karneval! Facebook oder XING? Grillen in Weilerswist…

Hallo zusammen,

schon sind wir in der Mitte des ersten Quartals 2019 – in Köln kommt die heiße Phase des Karnevals immer näher.

Große Sonntagssitzung am 3. März im Kölner Gürzenich:

Viele wissen, dass ich als Senator der Großen von 1823 KG e.V. Köln nicht sehr, aber doch etwas in das närrische Treiben eingebunden bin. Daher möchte ich Sie hinweisen auf die Große Sonntagssitzung am 3. März und einen Besuch dort empfehlen. Dort können wir Networking und kölsches Brauchtum verbinden und/oder einen ersten Eindruck gewinnen, wie eine solche Sitzung abläuft, mit den bekanntesten Bands und Künstlern. Bereits mehr als 200 XING Mitglieder haben sich angemeldet. Wir haben einen abgetrennten Bereich auf der Empore. Kommen Sie dazu? Eine gute Gelegenheit, Ihnen auch andere interessante Menschen vorzustellen: www.xing.com/events/exklusive-xing-tickets-sonntagssitzung-1981012

Vorträge auf der MMM Messe in München:

Für meine Kontakte in Süddeutschland: Treffen Sie mich auf der MMM Messe von FondsFinanz Maklerservice GmbH am Dienstag 19. März. Einmal zu meinem Vortrag: Digitales Empfehlungsmanagement mit XING und am Nachmittag ein „Battle“ mit einem Facebook-Profi zum Thema: XING oder Facebook: Wo investieren Sie Ihre Zeit sinnvoller? Hier geht’s zur kostenfreien Anmeldung: www.xing.com/events/vermittler-xing-optimal-nutzen-vortrag-mmm-messe-2057932

Facebook oder XING?

Das Thema XING oder Facebook wird immer häufiger diskutiert, wenn es um die Aufteilung der täglichen Online-Zeit geht. Seit geraumer Zeit beobachte ich, dass ich in Facebook 3-5 „Freunde“ pro Woche verliere, nicht, weil sie sich von mir entfreundet haben, sondern weil sie sich bei Facebook abgemeldet haben. Wird das ein Trend? Für mich steht XING im Vordergrund, da ich mit meiner Firma Müller Consult viele Trainings und Vorträge durchführe und mit der M.E.H.R GmbH ein hochwertiges Konzept des digitalen Empfehlungsmanagements für meine Kunden erfolgreich umsetze. Hier lesen Sie mehr: www.regiomanager.de/kbam/online-finden-offline-binden Wenn Sie auch gezielt Kontakte und Kunden in speziellen Zielgruppen suchen, sprechen Sie mich an. Hier auch ein Presseartikel dazu: www.business-on.de/online-xing-regionalgruppe-koeln-bleibt-im-xing-ambassador-programm-_id54503.html 

HAPTICA live 2019 in Bonn:

Am Mittwoch, 20. März können wir uns treffen auf der Messe HAPTICA live 2019 in Bonn, die Messe für haptische Werbung. Wir sind dort mit der XING Messe Lounge den ganzen Tag. Hier geht’s zur kostenfreien Anmeldung: www.xing.com/events/xing-messe-lounge-haptica-live-19-2028473 

Nächstes Rotating Dinner mit Blick über die Dächer von Köln:

Und am Dienstag, 2. April findet dann wieder in Köln das XING Rotating Dinner mit Tischwechsel statt: Frühbuchertickets gibt es hier: www.xing.com/events/xing-rotating-dinner-dachern-koln-2054159

Freikarten zum Grill-Seminar am 2. März:

Zum Abschluß noch meine Empfehlung für Grill-Fans. Grillmeister Ralf „Bob“ Mechlinski hat die Termine für seine Grill Seminare in Weilerswist bei Köln für 2019 veröffentlicht. www.hometown-events.de/ Für das Seminar am 2. März habe ich noch zwei Gutscheine zu verlosen. Antworten Sie heute bis 18 Uhr auf diesen Beitrag und Sie nehmen an der Ziehung der Freikarten teil: www.xing.com/communities/posts/verlosung-2-x-2-tickets-fuer-das-grillseminar-von-bob-michlinski-1016008680

In diesem Sinne, Ihnen allen viele gute Kontakte,

Martin Müller
Mr. Matching

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2018 war gut, 2019 wird noch besser!

Hallo zusammen,

zum Abschluß dieses Jahres auch von mir herzliche Weihnachtsgrüße! Ein turbulentes, aber sehr erfolgreiches Jahr geht zu Ende: Im Frühjahr habe ich auf eignen Wunsch meine Tätigkeit für das Berliner InsureTec wefox beendet, weil die digitalen Angebote nur wenige Vermittler und Endkunden überzeugt haben. Ich selbst bin sicher, dass auf diesen Technologien die Zukunft basiert, allerdings brauchen Vermittler und Endkunden noch mehr Zeit, um sich mit diesen Innovationen anzufreunden.

Mein Schwerpunkt 2018 lag daher auf Beratung und Umsetzung von digitalen Maßnahmen, die im Tagesgeschäft heute schon umsetzbar sind und meinen Kunden kurzfristiger Neukunden und Umsatz bringen:  Mit der Zielgruppe kleine und mittelständischen Firmen, nicht nur aus der Finanzbranche, haben wir im Bereich Kontakt- und Kundengewinnung mit Hilfe von XING große Erfolge erzielt. So erstellen wir für unsere Kunden XING Profile, erarbeiten XING Marketingstrategien und Aktivitätenplanungen. In vielen Fällen setzen wir das auch für die Kunden um, denn oft ist es für die Kunden günstiger, diese Dienstleistung an Profis zu vergeben und selbst die Zeit mit Tätigkeiten der eigenen Kernkompetenz zu verbringen. Mein eigener Fokus lag dabei auf persönlichen und Firmentrainings sowie Vorträgen auf Roadshows und anderen Events. Das Feedback macht mich sehr stolz, daher möchte ich es über ProvenExpert.com gern mit Ihnen teilen: www.provenexpert.com/de-de/martin-mueller/

Online finden – offline binden

Parallel dazu haben wir 2018 mit der XING Regionalgruppe Köln genau 27 Events organisiert und durchgeführt. Auf unserer Firmen-Dachterrasse in Köln-Westhoven gab es noch zahlreiche weitere Events für unsere Kunden, wo wir dann die jeweils gewünschte Zielgruppe selektiert, eingeladen und persönlich zusammen gebracht haben. Das Motto „online finden – offline binden“ war also stetig präsent.

Ein Händedruck ist mehr wert als ein Like

Auch in 2019 werden wir für unsere Kunden die passenden Kontakte und Gesprächspartner suchen und zusammen bringen. Gemeinsam mit meinen Geschäftspartnern verfügen wir über ein Netzwerk von mehr als 180.000 qualifizierten Kontakten aus verschiedensten Branchen. Wir weiten die Tätigkeit nun auch auf das internationale Business-Netzwerk LinkedIN aus im Bereich Profilerstellung und Aktivitätenplan. Mit Kooperationspartnern bieten wir unseren Kunden die Erstellung von digitalen Visitenkarten und Umsetzung von Vertriebsstrategien auch auf Facebook und Instagram an.

Persönlich bin ich sehr stolz auf meine drei Söhne und gemeinsam mit der Ehefrau sind wir vor wenigen Wochen umgezogen in ein größeres Haus mit großem Garten in Wesseling bei Köln. Zumindest für persönliche Freunde und gute Bekannte erfolgt dann in 2019 die ein oder andere Einladung zum Grillevent nicht nur auf unsere Büro-Dachterrasse in Köln.

Auf dieser Dachterrasse geht es 2019 am Dienstag, 15. Januar wieder los mit dem traditionellen Polargrillen. Sie als Abonnent meines Newsletters erhalten dazu einen Sonderpreis. Bitte melden Sie sich bei Interesse mit dem Aktionscode „Newsletter“ hier an: www.xing.com/events/xing-afterwork-polargrillen-dachterrasse-1990644

Persönliches zählt, geschäftliches ergibt sich 

Ich freue mich, wenn wir uns bald persönlich treffen, entsprechende Termine finden Sie auf der Homepage www.muellerconsult.com/#termine oder Sie werden auch per email und vorab eingeladen, wenn Sie sich hier zum XING-Newsletter anmelden: www.xing-koeln.de

Viele Grüße, ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr wünscht Ihnen

Mr. Matching Martin Müller

Etikettenschwindel im Job

Suzanne Grieger-Langer: „Neusprech“ gaukelt Kompetenz vor, wo keine ist

Jeder kennt es: Man sitzt in einem wichtigen Meeting und hat den Eindruck, nur Bahnhof zu verstehen. Da man seine Kollegen in dieser misslichen Situation nicht noch extra mit der Nase darauf stoßen will, dass man auf dem Schlauch steht, stellt man lieber keine Frage. Was aber wäre, wenn von den anderen Zuhörern ebenfalls niemand verstanden hat, um was es geht? Allein deshalb, weil der Vortragsredner ganz bewusst auf eine abstrakte Sprache setzt, um zu verschleiern, dass er selbst von Tuten und Blasen keine Ahnung hat? Profiler wissen: In diesem Fall ist man Opfer eines Tricksers geworden, der bei seiner Ansprache gezielt auf „Neusprech“ setzt, um seinen Zuhörern das Gefühl zu geben, nicht mitreden zu können.

Als George Orwell 1949 sein Werk „1984“ auf den Markt brachte, hätte er sich wohl nicht wirklich träumen lassen, dass viele seiner dystopischen Zukunftsfantasien tatsächlich einmal wahr werden würden. Orwell ist quasi der Vater des „Neusprech“ – einer abstrakten und dogmatischen Sprache, die gezielt eingesetzt wird, um die wahren Inhalte und Absichten zu verschleiern. Etikettenschwindel, lautet hier ganz klar das Stichwort. Bei dieser Trickserei handelt es sich inzwischen in vielen Unternehmen um eine beliebte Methode, Aufgaben zu verteilen, die niemand erledigen möchte oder die gleich gar keinen Sinn machen. Kritische Rückfragen sind natürlich unerwünscht.

Kollegen und Vorgesetzte, die auf Neusprech setzen, haben ein klares Motiv: die ihnen Untergebenen sollen nicht mitreden können. Die Sprache

soll sie ausschließen und ihnen gleichzeitig verdeutlichen, dass sie einen niedrigeren Status haben. Beim Verteilen von Aufgaben beispielsweise führt diese Art der Kommunikation dazu, dass derjenige, der die Arbeit übernehmen soll, eingeschüchtert ist und sich nicht mehr traut, kritisch nachzudenken und nachzufragen. Meistens fühlt man sich nach den Ausführungen, die eigentlich erläutern sollten, was genau man tun soll, dümmer als vorher. Das nächste Mal sollte man sich bewusst machen, dass dies ganz sicher nichts mit einer mangelhaften Auffassungsgabe zu tun hat: Vielmehr hat der Kollege oder Vorgesetzte in seiner einschüchternden Rede bewusst auf Codierungen, Veränderungen und Redefinitionen seiner Sprache gesetzt, um einen besonders gelehrten Eindruck zu machen und zugleich vom eigenen Unvermögen abzulenken. Das perfide daran: Für den neutralen, uneingeweihten Zuhörer, der nicht gelernt hat, zwischen den Zeilen zu lesen, findet eine scheinbar positive oder neutrale Unterhaltung statt.

Neusprech soll in der Arbeitswelt dafür sorgen, dass man erst gar nicht auf die Idee kommt, Projekte, Ideen oder Anweisungen kritisch zu hinterfragen. Die Worte des Tricksers sollen den Gedankenspielraum des Zuhörers nicht erweitern, sondern bewusst einengen. Neusprech ist eine verbale Kurzschrift, die oft eine ganze Vielzahl von Gedanken in ein paar Silben zusammendrängt und dabei trotzdem genauer und zwingender ist als die Normalsprache. Die gekürzten Ausdrücke lassen sich schnell aussprechen und hinterlassen ein Minimum an Assoziationen im Kopf des Sprechers. Dabei ist kein Wort des Neusprech ideologisch oder emotional neutral. Es handelt sich nicht im klassischen Sinne um Lügen – vielmehr benutzt Neusprech Euphemismen, die die Realität gekonnt beschönigen sollen. So kann es mitunter sein, dass man ein vermeintlich großartiges Projekt oder Incentiv ans Herz gelegt bekommt, nur um im Nachhinein festzustellen, dass einem der Auftraggeber quasi die Katze im Sack aufs Auge gedrückt hat.

Wer sich in Zukunft vor Neusprech-Attacken schützen will, kann folgende Tipps beherzigen:

  1. Klärung: Wer setzt auf Neusprech? Und was will er damit vermeiden bzw. erreichen? Die Beantwortung dieser Fragen bringt oftmals sehr schnell Licht ins Dunkel.
  2. Risikobewertung: Wie mächtig ist diese Person und wie gefährlich könnte es sein, wenn man das falsche Etikett abreißt und offenbart, um was es wirklich geht? Nur, derjenige, der das Risiko gut einschätzen kann, kann seine nächsten Schritte planen.
  3. Aufdecken: Wer genügend Macht hat, sollte den Trickser unbedingt entlarven. Wenn der betreffende Kollege allerdings mächtiger ist als man selbst, lautet der Ratschlag: freundlich nicken und sich seinen Teil denken!

Der Gedanke als Virus: Trickreiche Manipulationen im Job

Suzanne Grieger-Langer: Modifizierte Arbeitswelten sind alles andere als Science-Fiction

In jedem Beruf gibt es Projekte, die man gern macht, und solche, die man weniger gern übernimmt. Unbeliebte Jobs und Fleißarbeiten werden im Betrieb nicht selten hin- und hergereicht, bis sich endlich jemand erbarmt. Was aber, wenn man erst bei der Erledigung einer Aufgabe selbst bemerkt, dass man offenkundig einen Job zugeschustert bekommen hat, den sonst niemand wollte? Noch schlimmer: Was, wenn man dieses Projekt auch noch freudig und dankbar angenommen hat, weil man erst einmal den Eindruck hatte, eine wirklich gute, wertvolle Aufgabe zu übernehmen? Vielleicht hatte man sogar den Eindruck, es sei ein Privileg, dass man genau dieses Projekt zugewiesen bekommen hat. Wenn dann die Erkenntnis kommt, dass man bei der Verteilung der Aufgaben ausgetrickst wurde, fühlt man sich betrogen, ausgenutzt – und dumm. Dabei war es keinesfalls Dummheit, sondern der gezielte Angriff eines Tricksers im Kollegenkreis, dessen Lügen man aufgesessen ist. Hier wurde man schlicht geschickt infoziert, also bewusst mit falschen Informationen infiziert, sprich: auf eine falsche Fährte gesetzt.

In Christopher Nolans Science-Fiction-Meisterwerk „Inception“ beschäftigt sich Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio mit dem widerstandsfähigsten Parasiten auf dieser Welt. Welcher das ist? Die Antwort ist so simpel wie bestechend: Es ist nicht etwa ein Bakterium oder Virus, sondern ganz einfach ein Gedanke. „Wenn ein Gedanke einen Verstand erstmal infiziert hat, ist es fast unmöglich, ihn zu entfernen. Ein Gedanke, der voll ausgeformt, voll verstanden ist, der bleibt haften“, sagt diCaprio im Film. Sein Job in der Rolle des Meisterdiebs Dom Cobb ist es, in die Gedankenwelt von Menschen einzudringen und dort gezielt Gedankenimpulse zu setzen, die das Opfer zu bestimmten Handlungen bewegen, ohne dass es sich bewusst wird, manipuliert worden zu sein. Die Technik, die der Hollywood-Schauspieler und seine Mitstreiter in Nolans Blockbuster benutzen, um Menschen trickreich zu vordefinierten Taten zu bewegen, nennt sich Infozieren. Infoziert wird allerdings nicht nur im Film: Jeder kann immer und überall Opfer eines trickreichen Kollegen werden, der einen durch geschickte Manipulation zu Dingen bewegt, die man überhaupt nicht tun will. Vor allem auf der Arbeit ist dies eine beliebte Art und Weise, um unbeliebte Aufgaben an den Mann zu bringen.

Beim Infozieren handelt es sich um eine teuflische Machenschaft, bei der Menschen mit Informationen infiziert werden wie ein Computer mit einem Virus. Wer nun denkt, so etwas zähle zur Rubrik Science-Fiction und habe mit dem normalen Arbeitsalltag nichts zu tun, der sollte mal tief in sich hineinhorchen – und sich im Kollegenkreis umsehen. Denn es gehört zum Wesen des Infozierens natürlich dazu, dass der Infozierte eben nicht merkt, infoziert – also manipuliert – worden zu sein. Profiler wissen: Dem Blender gelingt es mithilfe ausgesuchter Fehlinformation, die er in homöopathischen Dosen verabreicht, eine Parallelwelt zu erschaffen, die der Infozierte für die Realität hält. Der manipulierte Kollege erlebt seine Arbeitsrealität dann nicht mehr so, wie sie ist, sondern so, wie der Trickser sie eigens für ihn erschaffen hat. Der Blender lockt seine Opfern in eine Illusion, die diese nicht als solche erkennen. Wer aber in einer Illusion lebt, kann nicht mehr angemessen auf die Herausforderungen der realen Welt reagieren. Im Berufsleben führt dies natürlich früher oder später zu weiteren Problemen und Fehlern.

Um seine Opfer möglichst lange in dieser modulierten Welt zu halten, zinkt der Trickser die Karten immer wieder neu. Mit seinen Lügen bleibt er dabei immer dicht an der Realität, um nicht aufzufliegen. Sein Motiv: Im Wesentlichen geht es dem Blender um die Isolierung bestimmter Menschen, um das eigene Territorium im Job zu stärken. Seine Attacken richten sich deshalb in der Regel gegen Personen, die er selbst als Konkurrenz wahrnimmt.

Wer sich vor Infozierung schützen will, sollte diese Profi-Tipps befolgen:

  1. Faktencheck: Zuerst einmal gilt es, ganz brutal die Fakten zu checken. Was ist real – und was nicht? Hier reicht es nicht, sich die Dinge oberflächlich anzuschauen. Ein Blick in die Tiefe ist unabdingbar, um die Fakten auf den Tisch zu holen.
  2. Offene Flanken schließen: Im zweiten Schritt kann man sich fragen: Wo habe ich vielleicht selbst unsauber gearbeitet? Genau diese Stellen sind es, die einen im Zweifel angreifbar machen. Sauberes Arbeiten ist deshalb unbedingt notwendig, um sich vor Attacken von Tricksern und Manipulateuren zu schützen.
  3. Offenlegung: Schlussendlich muss der Täter auch entlarvt werden. Oft melden sich dann auch noch andere Opfer des Blenders. In der Regel sind die Tage des Täters im Betrieb dann gezählt.

Mehr Schein als Sein: Das Janusmotiv im Job

Suzanne Grieger-Langer: So schützt man sich vor Kollegen, die nur vordergründig freundlich sind

Im Beruf kennt jeder Kollegen, die er mag, und solche, die er weniger mag. Das ist völlig normal. Meist deckt sich diese Einschätzung mit dem Großteil der Belegschaft. Das gilt insbesondere dann, wenn es um geschätzte Kollegen geht, die scheinbar niemals anecken und von allen gemocht werden. Und genau an dieser Stelle liegt das Problem: Wenn einem nämlich genau solch einer mal quer kommt, bekommt man häufig ungläubige Blicke zu sehen. „Du siehst Gespenster“, oder „Der soll so etwas gesagt haben? Das kann ich mir nun aber beim besten Willen nicht vorstellen“, lauten die typischen Reaktionen der anderen Kollegen, die nur eine Seite des Mitarbeiters kennen – nämlich die sympathische. Derjenige, dem dies bekannt vorkommt, sollte sich fragen, ob er es im Kollegenkreis mit einem doppelgesichtigen Trickser zu tun hat – quasi einem modernen Mr. Hyde.

Es gibt wohl niemanden, der nicht schon einmal von der Geschichte „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ gehört hat. Das dazugehörige Buch des schottischen Schriftstellers Robert Louis Stevenson aus dem Jahr 1886 wurde vielfach verfilmt. Die Novelle über den angesehenen Arzt Dr. Jekyll, der in der Nacht seine dunkle Seite als Edward Hyde auslebt, ist das beste Beispiel für einen Menschen mit zwei Gesichtern. Das Gleiche gilt für Janus, den römischen Gott des Anfangs und des Endes, der in der Mythologie mit zwei Köpfen abgebildet wird. Janus hat das Wort „Janusköpfigkeit“ für Menschen geprägt, die zunächst einmal sympathisch, offen, hilfsbereit und freundlich erscheinen und der Öffentlichkeit stets ihr Sonntagsgesicht zeigen. Ihr wahres Gesicht – also die dunkle Seite – bleibt zunächst verborgen. Dieses wird nur dann gezeigt, wenn sich der betreffende Kollege unbeobachtet oder überlegen fühlt. Ist der sprichwörtliche Vorhang schlussendlich gefallen, kommt die groteske Fratze zum Vorschein, die sich dahinter verbirgt.

Janusköpfige Kollegen haben ein simples Motiv: Sie wollen unter allen Umständen den positiven Schein aufrecht erhalten, der ihnen den Status als beliebter Sonnenschein sichert – notfalls auch mithilfe perfider Lügen. Alles an diesen Leuten ist mehr Schein als Sein. Das freundliche, gewinnende Gesicht soll allen im Betrieb vormachen, dass man es hier mit einem tollen, sympathischen Kerl zu tun hat, der immer da ist, um seine Hilfe anzubieten, wenn es irgendwo brennt, dem man seine Sorgen anvertrauen kann und mit dem man jederzeit auch mal ein Feierabendbierchen trinken gehen. Dies ist die eine Seite der Medaille. Die andere zeigt der Januskopf nur dann, wenn er sich sicher ist, dass dies sonst niemand mitbekommt. Seine schlechte Seite kommt immer dann zum Vorschein, wenn der Trickser der Meinung ist, es mit jemandem zu tun haben, der ihm nicht das Wasser reichen kann – also insbesondere mit Kollegen, die in der Hierarchie unter ihm stehen oder von denen er denkt, dass sie dies tun.

Profiler wissen: Auch Menschen, denen der doppelgesichtige Trickser im Laufe der Zeit sein wahres Ich präsentiert, wurden zuvor mit dem Sonntagsgesicht um den Finger gewickelt. Das führt dazu, dass die Opfer erst einmal gar nicht wissen, wie ihnen geschieht, wenn die Maske fällt. Meist setzt der Blender sein sympathisches Gesicht gerade solange auf, bis er seine Forderungen durchgedrückt hat. Wer würde auch schon Nein sagen, wenn er von einem offenkundig sympathischen, allseits beliebten Kollegen um einen Gefallen gebeten wird? Erst, wenn eine gewisse Abhängigkeit zum Trickser besteht, weil man den Kollegen etwa mal um einen Gefallen gebeten hat, den dieser damals – vermeintlich gern – erledigt hat, packt der Blender seine wahre, brutale Seite aus.

Das, was Menschen, die sich auf der Arbeit mit einem doppelgesichtigen Mitarbeiter herumschlagen müssen, immer wieder erleben, ist der Umstand, dass ihnen niemand glaubt, wenn sie dies gegenüber anderen Menschen zur Sprache bringen. Selbst diejenigen, die das wahre Gesicht des fraglichen Mitarbeiters schonmal gesehen haben, trauen sich in aller Regel nicht, davon zu berichten – aus Angst, noch einmal in den Fokus des Tyrannen zu geraten.

Hier beginnen nun viele Menschen, an sich selbst zu zweifeln. Man denkt vielleicht, man tage selbst die Schuld daran, dass der Kollege derart ausfallend geworden ist. Da der Rest der Belegschaft scheinbar ein ganz anderes Bild vom Blender hat, kommen Selbstzweifel hoch, die soweit führen können, dass man denkt, man selbst wäre böse – wie sonst könnte man ein derart negatives Bild von einem Menschen haben, den alle anderen nett, loyal und sympathisch finden? Ein derartiger Zwiespalt kann mitunter zu einer waschechten Traumatisierung führen.

Derjenige, der den Verdacht hat, es im Betrieb mit einem doppelgesichtigen Trickser zu tun zu haben, kann folgende Dinge tun:

  1. Klärung: Zuerst einmal darf man sich zugestehen, dass einen die eigene Wahrnehmung nicht trügt. Danach kann man das Gespräch mit anderem Mitarbeitern suchen und diese nach ihrem Eindruck fragen.
  2. Stabilisierung: Desweiteren geht es darum, Verbündete zu finden. An dieser Stelle ist Zeit, wieder in die eigene Kraft zu kommen.
  3. Aufdeckung: Wer eine Situation provoziert, in der andere Mitarbeiter mitbekommen, was der Blender so treibt, wird nach und nach immer mehr Menschen auf seiner Seite haben. Die Taten an die Öffentlichkeit zerren, lautet hier die Lösung.

Abstand halten, aufrechnen, abgrenzen: So legen Sie Manipulateuren das Handwerk

Suzanne Grieger-Langer: Niemand muss sich im Job ausnutzen lassen!

Diese Situation kennt wohl jeder: Da hat man einen Kollegen im Job mal um einen kleinen Gefallen gebeten – und schon bekommt man diese Hilfe immer wieder aufs Brot geschmiert, wenn es etwa darum geht, eine Gegenleistung zu erbringen – vielleicht in Form von unliebsamen Arbeiten oder Extraschichten. Trotz allen Einsatzes fühlt man sich anschließend weiterhin schuldig – schließlich wird der einst so hilfsbereite Kollege nicht müde, immer wieder zu betonen, wie großartig und rühmlich seine Hilfe damals war. Das nächste Mal, wenn Sie sich deshalb schuldig fühlen, halten Sie zunächst einmal inne. Fragen Sie sich ganz konkret, ob Sie tatsächlich bei jemandem in der Schuld stehen. Es kann nämlich ebenso gut sein, dass sie schlicht und einfach manipuliert wurden. In diesem Fall handelt es sich nicht um eine wirkliche Schuld, sondern vielmehr um ein Schuldgefühl – also den Anschein von Schuld.

Schuld ist ein vielschichtiges Thema, das viele Bereiche umfasst: ethische, soziale, rechtliche und psychologische. Gleichzeitig ist Schuld ein anthropologisches Phänomen, das Menschen in allen Kulturen immer wieder aufleben lassen. Schuld ist etwas Alltägliches, das das Schuldgefühl typischerweise gleich mitliefert – als etwas zutiefst Menschliches. Das Gefühl, bei einem Kollegen in der Kreide zu stehen, ist äußerst unangenehm. Schließlich fühlt sich eine unerledigte Bringschuld auch immer wie eine Abhängigkeit an, bis man sich schlussendlich mit einem oder mehreren Gefallen davon befreit hat. Eben dieses Gefühlsphänomen machen sich Trickser zunutze. Im Job etwa wollen sie uns weismachen, wir hätten – mindestens moralisch – gar keine andere Wahl, als immer neue Forderungen zu erfüllen.

Menschen, die ihre Hilfe nur deshalb anbieten, um anschließend Gegenleistungen fordern zu können, die in keiner Relation mehr zum ursprünglichen Entgegenkommen stehen, nennt man Manipulateure. Manipulateure gibt es nicht nur im privaten Umfeld, sondern eben auch im beruflichen – und zwar sowohl im Kollegenkreis als auch in der Chefetage. Das Motiv dieser Trickser: Sie setzen auf die Schuld-Taktik, um bei Kollegen, aber auch in der Chefetage die unterschiedlichsten Dinge einzufordern – etwa, wenn es darum geht, unliebsame Aufgaben abzugeben oder etwaige Extraschichten zu vermeiden.

In der Regel halten Trickser wie diese ihren Opfern eine Hilfsaktion aus der Vergangenheit vor, in der sie sich als Retter hervorgetan haben. Vielleicht haben sie mal – vermeintlich großzügig – jemandem beim Erledigen einer Arbeit geholfen, damit alles fristgerecht fertig wird, oder einen Dienst mit einem Kollegen getauscht, der dringend Ersatz suchte. Genau in diesem Moment, so wird der Trickser anschließend nicht müde zu betonen, sei die Schuld entstanden, in der man nun stehe. Etwaige Zweifel daran tut der Trickser mit großem Nachdruck und lauter Kritik ab. Wer sich auf ein derartiges Machtspiel einlässt, wird schneller, als ihm vielleicht lieb ist, feststellen, dass er ausgenommen wird wie die sprichwörtliche Weihnachtsgans.

Der ursprüngliche Gefallen, um den man seinen Kollegen dereinst gebeten hatte, wird auf diese Weise zu einem Schuldschein, der Monate oder sogar Jahre lang immer wieder moralisch mahnend hervorgeholt wird, wenn etwas nicht so läuft, wie es sich der Blender wünscht. Profiler wissen: Bei diesen Schuldscheinen handelt es sich um eben das, was es wortwörtlich meint: den Schein von Schuld. Dies aber muss man erst einmal durchschauen, denn die Blender verstehen es vorzüglich, den Anschein zu erwecken, es gäbe tatsächliche eine Schuld. Wer Opfer eines solchen Manövers wird, hat sich in Wahrheit ein X für ein U vormachen und sich emotional erpressen lassen.

Damit ein Trickser sich möglichst lange auf seiner Masche ausruhen kann, sammelt er gern eine ganze Menge Hilfsaktionen, die er dann als Hilfs-Schuldscheine einsetzt, um seine Forderungen mit – seiner Meinung nach – Fug und Recht durchzudrücken. Außerdem gibt es die scheinbaren Opfer-Schuldscheine, bei denen der Blender auf die Tränendrüse drückt, um das Team dazu zu bewegen, seine Arbeit mitzumachen, weil es ihm so furchtbar schlecht geht oder er enorme private Belastungen hat – oder, oder, oder. Auf welche Form auch immer der Trickser in Ihrem Kollegenkreis setzt: Es sind immer alte Kamellen, die wieder und wieder aufgewärmt werden, um unverschämte – und typischerweise vollkommen ungerechtfertigte – Bitten an seine Beute zu stellen.

Die meisten Trickser sammeln nur einige wenige emotionale Schuldscheine, um sich mit einem relativ kleinen Gegenwert zufrieden zu geben: Sie haben etwa ausgerechnet dann schlimme Bauchschmerzen, wenn sie gebeten werden, eine Zusatzaufgabe zu erledigen. Doch es gibt auch Nimmersatte unter den Tricksern, die um höhere Einsätze spielen. Diese Manipulateure plustern ihre Schuldscheine groß auf und sind sich auch keineswegs zu schade, Schuldscheine zu fälschen oder gleich gänzlich zu erfinden. Die betrügen ihre Kollegen, Chefs und Mitarbeiter ganz ungeniert, weil sie in ihren eigenen Augen so viel Guthaben auf ihrem Leistungskonto haben, dass sie sich vollkommen berechtigt fühlen, um Arbeitszeit zu betrügen oder ganze Rufmordkampagnen anzuzetteln. Nicht selten werden solche Exzesse auch lautstark begründet: „Ich habe das lange genug ertragen!“, „Nun reicht es aber“ oder „Nun habe ich aber die Nase voll!“. All das sind typische Aussagen, die die Opfer vorab zu hören bekommen. Übersetzt meint der Trickser, er könne nun an der großen Losbude des Lebens endlich seinen Preis abholen – selbst, wenn sein Schuldschein nur auf Lügen basiert. In aller Regel ist der Tropfen, der das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen gebracht hat, eine Kleinigkeit gegen das, was der Trickser dafür fordert.

 

Was können Opfer tun, um Blendern, die sich immer wieder auf eine vermeintliche in der Vergangenheit angehäufte Schuld berufen, das perfide Handwerk zu legen?

  1. Abstand: Bevor man überhaupt irgendetwas tut, sollte man zunächst auf Abstand zum Blender gehen – raus aus der Manipulationsblase und zurück zu sich selbst.
  2. Aufrechnung: Im nächsten Schritt sollte man unbedingt prüfen, ob man sich tatsächlich verschuldet hat oder nicht. Es ist nicht selten so, dass der „Punktestand“ sogar zu den eigenen Gunsten ausfällt. Ein neutraler Blick ist unabdingbar, um die Situation so einzuschätzen, wie sie wirklich ist.
  3. Abgrenzung: Generell ist es absolut notwendig, sich dem Trickser gegenüber abzugrenzen und nachdrücklich klarzustellen, dass der sprichwörtliche Drops längst gelutscht ist. Im Prinzip reichen vier Buchstaben: Nämlich ein klares NEIN. Wer hier keine deutlichen Worte findet, sollte sich nicht wundern, wenn er auf immer und ewig Spielball des Tricksers in dessen Machtspiel bleibt.

Trickser haben ein besonders gutes Handicap

Suzanne Grieger-Langer: So durchschaut man unglaubwürdige Schutzbehauptungen

Wer in seinem Leben schon einmal Opfer eines Tricksers geworden ist, hat sich bestimmt vorgenommen, nie wieder auf die Masche eines Blenders hereinzufallen. Man ist fest entschlossen, fremden Menschen, denen man privat oder im Beruf begegnet, künftig mit besonderer Vorsicht zu begegnen, um die sprichwörtliche Spreu vom Weizen zu trennen, bevor es wieder einmal zu spät ist und man sich erneut von Lügen und Manipulationen hat blenden lassen. Diese Schutzhaltung ist nachvollziehbar, reicht aber in den meisten Fällen als Verteidigungsstrategie nicht aus. Denn: Unter den Tricksern gibt es welche, die ihr perfides Handwerk besser verstehen als andere. Die Meister unter den Blendern haben ein besonders gutes Handicap in ihrem fragwürdigen Metier.

Das Handicap eines Tricksers ist das, was man in der Kriminalistik eine unglaubwürdige Schutzbehauptung nennt. Es sind fadenscheinige Ausreden, die das Gegenüber in eine Rolle drängen, in der es das Gefühl bekommt, den Trickser retten zu müssen. Dem Blender selbst geht es allerdings schlicht darum, Mitleid bei seinem Opfer zu erzeugen, um seinen Willen durchzusetzen und dabei unangenehme Konfrontationen zu vermeiden. Dabei setzt der Blender sein manipulatives Verhalten ganz geschickt immer dann ein, wenn andere Manipulationstechniken versagen.

Das Handicap des Tricksers legt — wie beim Golf die Spielstärke — die Verantwortungs- und Einsatzstärke fest. Während man beim Golf allerdings stolz ist auf ein niedriges Handicap und damit auf eine hohe Spielstärke, ist der Trickser an einem möglichst großen Handicap und damit an einer möglichst niedrigen Verantwortungseinforderung interessiert. Denn dann darf er viel öfter zu- und abschlagen, ohne dafür die Konsequenzen tragen zu müssen.

Profiler wissen: Der Trickser benutzt sein Handicap, um im Machtpoker die Verantwortung auf die anderen Beteiligten zu verteilen. Egal, was schiefläuft: In den Augen des Blenders tragen immer die anderen die Schuld – Kritik prallt gänzlich an ihm ab. Sein Handicap soll den Blender rechnerisch angleichen. Damit kann er durchaus gegen sein Opfer gewinnen, auch wenn dieses besser spielt, kompetenter, zuverlässiger und stärker ist. Das Handicap ist prinzipiell nichts weiter als die gute alte Mitleids-Masche. Im Notfall wird dann auch schon mal in tränenreicher Verzweiflung auf das persönliche

Handicap verwiesen. Und dann ist plötzlich kein Raum mehr für die Anfragen oder Forderungen von Kollegen oder Vorgesetzten. Kollegen, die hier nicht hellwach sind und die Situation durchblicken, werden sich schnell dabei ertappen, mit dem Trickser mitzufühlen, seine Angst zu teilen und ihn zu trösten.

So mancher Trickser entpuppt sich als eine wahre „Zitronenpresse“: Er schlägt die Gefühlssaite an und nutzt seine Kollegen aus, indem er immer mehr Hilfe und Unterstützung verlangt und dafür immer neue Geschichten vorgaukelt. Wenn der Retter – sprichwörtlich ausgepresst wie eine Zitrone – nicht mehr „rentabel“ genug ist, entledigt sich der Blender seiner ohne die geringste Gemütsbewegung. Erst, wenn ein Helfer fallengelassen wird wie eine heiße Kartoffel, wird den meisten bewusst, dass sie überhaupt ein Opfer geworden sind.

Ein Handicap kann alles sein. Bei den Vätern und Müttern unter den Tricksern sind die Kinder das größte Handicap: Arbeitgeber, Vorgesetzte, aber auch Kollegen, die beispielsweise fordern, rechtzeitig zur Arbeit zu erscheinen oder Überstunden zu machen, um eine Terminsache fristgerecht zu erledigen, müssen sich mitunter gefallen lassen, dass man sie als kinderfeindlichen Karrieristen abstempelt. Es geht aber auch subtiler: Trickser schieben nicht selten einfach den Stress im Alltag, diffuse Schmerzen oder eine nicht funktionierende Beziehung vor, um im Job von Zusatzaufgaben ausgenommen zu werden und möglichst glimpflich – soll heißen ohne große Anstrengung – durch den Arbeitsalltag zu kommen.

Was auch immer die Gründe eines Tricksers für seine Verantwortungsvermeidung sein mögen – sie sind unannehmbar und das Verhalten unentschuldbar, denn die perversen Manipulationen verursachen ernsthafte Störungen im Team und im gesamten Unternehmen.

 

Drei Tipps, um sich vor Manipulationen zu schützen, lauten:

  1. Kläre, was die Vertragssituation ist: Wird jeder seiner Seite gerecht? Oder beklagt gerader derjenige Ungerechtigkeit, der selbst ungerecht ist?
  2. Prüfe, wie das Verhältnis von Geben und Nehmen ist: Erkennst Du auch bei sachlicher Prüfung ein Ungleichgewicht?
  3. Und selbst wenn es sich um ein echtes Handicap, vielleicht sogar eine Notlage handelt: Kannst Du Dich und Dein Team tatsächlich damit zusätzlich belasten?
Suzanne Grieger-Langer über Manipulation - Photo by Yomare -pixabay

Trickser manipulieren Nähe und Distanz

Suzanne Grieger Langer: So stärken Sie Ihre Position im Machtpoker

Menschen, die im Beruf erfolgreich sind oder werden wollen, wissen, dass der Weg zum Ziel mitunter steinig ist. Die Karriereleiter ist voll von unzähligen Herausforderungen und Stolpersteinen, die einem häufig von Männern und Frauen in den Weg gelegt werden, die den Aufstieg eines Kollegen damit ganz bewusst sabotieren. Die Gründe dafür sind subtil und pragmatisch zugleich: Oft sind es Neid, Missgunst und die eigenen beruflichen Ambitionen, die Trickser und Blender zu ihren Machtspielchen antreiben. Schützen kann sich nur, wer die Spielregeln dieses Machtpokers kennt.

Trickser manipulieren Nähe und Distanz, Oben und Unten, Wahrheit und Gewissheit. Blender führen ihre Opfer in eine Illusion, indem sie sie glauben lassen, die Wahrheit zu kennen. Dabei ist es immer nur der Glaube an eine vermeintliche Wahrheit, der den Ausgetricksten in trügerischer Sicherheit wiegt, nicht die Wahrheit selbst. Im treuen Glauben an diese Gewissheit lassen sich die Opfer der Blender immer weiter weg lenken von der Wahrheit selbst. Wenn die Manipulierten – oft unsanft – aus ihrer Illusion gerissen werden, ist es meist zu spät – dann ist der Schaden bereits angerichtet. Bis es dazu kommt, dass ein Opfer gewahr wird, dass es überhaupt ein Opfer ist, vergehen nicht selten mehrere Jahre. Dementsprechend braucht es hier keine gesonderte Erklärung dazu, wie wichtig es ist, gar nicht erst in den Bann eines Blenders zu geraten.

Wer sich vor Manipulationen schützen will, muss zunächst einmal einen Blick für diejenigen Situationen entwickeln, in denen Manipulationen drohen. Erst, wenn man erkennt, was da tatsächlich vor sich geht, kann man auch dagegen vorgehen – und zwar, indem man den Blender mit seinen Lügen konfrontiert. Dazu braucht man einen klaren Kopf und eine gute Strategie. Appeasementpolitik bringt hier niemanden weiter. Der Trickser hat sowieso wenig bis überhaupt keinen Respekt vor seinen Opfern. Wer denkt, durch Sympathie, Nettigkeiten, konstruktive Kritik und kollegiale Gespräche wieder eine gemeinsame Basis herstellen zu können, der irrt. Profiler wissen: Sympathie braucht Respekt. Den aber bringt der Trickser gar nicht erst auf für andere Menschen – insbesondere nicht denen gegenüber, die er für Opfer hält. Wer zu nachgiebig auftritt, befeuert noch die Verachtung, die der Trickser ohnehin schon für ihn hegt. Wer in Harmoniesucht alles mitmacht und sich nicht traut, mit der sprichwörtlichen Faust auf den Tisch zu hauen, bleibt eine Spielfigur im Machtpoker.

Wer verhindern will, im beruflichen Alltag Opfer eines Blenders zu werden, muss sich zunächst einmal selbst darüber im Klaren werden, was er will – und was nicht. Eine Universallösung für Manipulationen besteht darin, die persönliche Eigenverantwortung zu stärken. Auch hilft es, gegenseitige Wertschätzung und Akzeptanz zu leben. Positionen müssen klar formuliert werden. Gleichzeitig sollten auch die Meinungen, Wünsche und Haltungen der Kollegen akzeptiert und respektiert werden – selbst dann, wenn sie der eigenen Haltung entgegenstehen. Bei unterschiedlichen Positionen empfiehlt es sich, die Hintergründe aktiv und interessiert zu hinterfragen. Gleichzeitig sollte man die Hintergründe zu seiner eigenen Position formulieren.

 

Manipulationen werden oftmals in unsicheren Situationen eingesetzt. Eine sichere, erlaubende Atmosphäre reduziert also nicht nur die Anzahl von Manipulationen und manipulativen Machenschaften, sondern auch deren Härtegrad.

Suzanne Grieger-Langer: Psychopathen wissen, wie man Menschen manipuliert

Profiler raten: Entscheider sollten schon im Bewerbungsprozess die sprichwörtliche Spreu vom Weizen trennen

Der Begriff des Psychopathen ist weithin geläufig: Die Menschen verbinden damit zwielichtige Gestalten in Film und Fernsehen, die etwa als Serienmörder ganze Scharen von Ermittlern auf Trab halten, bevor sie in einem rasanten Finale festgesetzt und ihre kriminellen Machenschaften gestoppt werden können. Nur die wenigsten Menschen wissen indes, dass uns Psychopathen ganz konkret auch im Alltag begegnen: Nicht als Gewalttäter im eigentlichen Sinne, wohl aber mit der gleichen negativen Energie: Psychopathen – egal ob privat oder beruflich – geht es darum, ihre persönlichen Ziele zu erreichen, und zwar ohne Mitleid, Rücksicht oder Reue. Wer verhindern will, einen Psychopathen auf einen wichtigen Posten zu setzen oder – so dies versehentlich schon geschehen ist – diesem eine sensible Aufgabe anzuvertrauen, muss wissen, wie dieser tickt.

Einem Psychopathen fehlt von Geburt an der emotionale Link im Gehirn. Sein Gefühlsapparatur steht quasi ab Werk auf „Off“. Weil Gefühle Menschen bekanntlich sehr stressen können, lässt der Psychopath diese Einstellung sehr bewusst so, wie sie ist. Damit ist er im Geschäftsleben klar im Vorteil. Ein Psychopath ist zu allererst ein Eindrucksmanager: Er steuert gezielt den Eindruck, den andere von ihm haben. Ganz anders sieht dies bei den Aufgaben aus, die ihm im beruflichen Alltag zugewiesen werden: Diese erledigt er nur dann, wenn es seinem persönlichen Plan dient. Denn nur diesem Plant dient auch er selbst. Der Psychopath ist ein Performer, der ausnahmslos für sich selbst arbeitet. Psychopathen können Firmen kurzfristig voranbringen – aber nur dann, wenn dies zufällig ihrem eigenen Ziel entspricht. Irgendwann wird ihnen langweilig und dann richten sie Schaden an. Die Gefahr ist systemimmanent. Der Psychopath ist also ein Loyalitätssimulant und damit brandgefährlich – man kann nie wissen, was er als Nächstes tut. Bei einem Psychopathen hat man es mit einem Blender zu tun, der nur oberflächlich über Charme verfügt. Worüber er allerdings sehr wohl verfügt, sind raffinierte Lügen und einnehmende Umgangsformen. Diese helfen ihm dabei, hohe Positionen einzunehmen und das Vertrauen der Entscheider zu gewinnen.

Ein Psychopath ist überzeugt von seinem übersteigerten Selbstwert. Das lässt ihn mitunter äußerst arrogant und eingebildet reagieren – aber immer nur Menschen gegenüber, die er niedriger einstuft, als sich selbst. Kritik prallt ganz und gar an ihm ab. Der Psychopath ist ein versierter Lügner und führt seine Opfer ohne Skrupel bewusst in die Irre –  manchmal einfach nur aus Langeweile. Dabei fehlt es ihm an jeglichem Reuegefühl oder Scham. Profiler wissen: Ein Psychopath ist geradezu unbarmherzig und blind für die Bedürfnisse anderer. Sofern ihm diese nicht dienen, hegt er Verachtung für seine Kollegen, die er nicht selten als Opfer sieht.

So, wie der Psychopath menschliche Beziehungen komplett ablehnt – ganz egal, ob es sich um persönliche oder berufliche dreht – lehnt er auch jegliche Form von Absprachen ab. Verabredungen und Verträge hält er nicht ein. Dass dieser Wesenszug im Beruf an allen Ecken und Kanten zu Problemen führt, bedarf keiner gesonderten Erklärung. Insgesamt ist der Psychopath die wandelnde Verantwortungslosigkeit, weshalb es immens wichtig ist, einen Menschen mit diesem Wesensmerkmal möglichst früh – am besten bereits im Bewerbungsprozess – von den geeigneten Jobanwärtern zu unterscheiden. Entscheider sind gut beraten, ein besonderes Augenmerk darauf zu legen, wie jemand kommuniziert. Der Psychopath fordert typischerweise vom Umfeld vieles ein, was er selbst nicht liefert – etwa Respekt oder Fairness. Dabei ist er absolut unempfänglich für jede Form der psychologischen Manipulation – ganz einfach deshalb, weil er emotional nicht empfänglich ist. Um einen Psychopathen zu enttarnen, bevor er großen Schaden anrichten kann, sollte man also zwingend beobachten, wie jemand mit Menschen interagiert, die er einer Nieder-Relevanz-Kategorie zuordnet – und zwar dann, wenn er sich unbeobachtet fühlt. Wertet er ab, manipuliert er und verhält er sich aggressiv? Dann sollte man definitiv die Finger von ihm lassen.

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Suzanne Grieger-Langer: Mobber, Hater und Trolle sind weiter auf dem Vormarsch

Opfer von Cybermobbing bleiben mit ihrem Leid oft im Verborgenen

Die Digitalisierung hat viele Vorteile: Komplexe Prozesse können inzwischen bequem per Knopfdruck erledigt werden, unzählige Arbeitsschritte wurden vereinfacht, beschleunigt und automatisiert. Gleichzeitig stellt die Tatsache, dass Privatpersonen, Unternehmer und Firmen heute allesamt auch online stattfinden, die Gesellschaft vor gänzlich neue Herausforderungen: Das Internet ist nicht nur Tor zur Welt, sondern auch ein Einfallstor, durch das Mobber, Hater und Trolle ihren Hass transportieren. Cybermobbing und Rufmord im Internet sind inzwischen zu einem ernsthaften Problem geworden.

Verbale Angriffe im Netz finden zwar digital statt, haben jedoch weitgehende Konsequenzen auch für die reale Welt. So kann digitaler Rufmord nicht nur seelische Schäden bei den Betroffenen anrichten, sondern auch den ganzen Lebenslauf und die Karriere zerstören – beispielsweise dann, wenn Geschäftspartner Unwahrheiten für bare Münze nehmen und in der Folge Geschäftsbeziehungen zu Mobbingopfern beenden. Das gleiche gilt für kleinere Unternehmen, aber auch für ganze Konzerne, deren Ruf durch Attacken von Internettrollen derart geschädigt werden kann, dass sie sich davon nie wieder erholen. Im Prinzip kann Cybermobbing also Existenzen zerstören.

Die Sprache der Trolle wird als Framing bezeichnet. Es schafft enge Denkkorridore: Wer den Cybermobbern lange genug folgt, wird am Ende den vorgegebenen Korridor entlang gehen und – wie von den Hatern vorgesehen – zu dem Schluss kommen, den sich die Störenfriede wünschen. Profiler wissen, dass das menschliche Gehirn Fakten nicht rein rational verarbeiten kann. Das Gehirn benötigt eine Hilfestellung, eine Einordnung, also eine Perspektive auf den Fakt. Framing stellt diese Perspektive künstlich her. Trollen zielen darauf, einen Referenzrahmen zu schaffen, in dem ein Fakt eine emotionale Bedeutung erhält, die beim Leser die jeweils gewünschte Reaktion auslöst. Wie beim wirklichen Mobbing auch, kommen Cybermobber meist erst in der Gruppe so richtig in Fahrt: In Hasskommentaren stacheln sie sich gegenseitig an. Beim Cybermobbing geht es den Trollen immer auch darum, Mit-Leser zu haben, die sich unterhalten fühlen, solange sie der Hass nicht selbst betrifft. Auch die Leser, die das Unrecht in den Posts erkennen, trauen sich meist nicht, sich einzumischen – nicht selten aus Angst, selbst ins Kreuzfeuer zu geraten.

Im Vergleich zum Mobbing im realen Leben fällt es Tätern beim Cybermobbing noch leichter, Grenzen zu überschreiten: Sie fühlen sich sicher, weil sie in der Anonymität des Internets annehmen, für ihre Lügen nicht zur Verantwortung gezogen werden zu können. Mitleid haben sie nicht: Dafür sorgt schon allein die Tatsache, dass sie ihr Opfer nicht direkt vor Augen haben – und damit auch nicht das Leid, das sie durch ihren virtuellen Beschuss verursachen. Opfer, die sich nicht trauen, andere um Hilfe zu bitten, bleiben im Verborgenen. Dabei sind die Auswirkungen von Cybermobbing oftmals schlimmer als die des Mobbings im realen Leben – insbesondere, weil man vor dieser Art von Mobbing nie sicher sein kann: Cybermobbing ist Mobbing, das über den Rechner quasi direkt Einzug hält im Zuhause der Opfer – also in genau dem Bereich, der eigentlich Schutz und Zuflucht bieten sollte. Die Opfer sind dem Hass der Cybermobber somit 24 Stunden am Tag ausgesetzt. Sie leiden auch unter der Ungewissheit, wer sich hinter den Angriffen versteckt, denn es könnte jeder sein – auch jemand, mit dem man bekannt oder sogar befreundet ist. Diese Ungewissheit verunsichert viele Menschen, die dadurch Misstrauen selbst gegenüber engen Freunden entwickeln.

Die Hater greifen nicht nur Personen, sondern auch ganze Unternehmen an. Zu den häufigsten Arten von Cybermobbing gegen Unternehmen gehören Fake-Bewertungen, die auf Bewertungsportalen oder Verkaufsplattformen platziert werden. Die Verleumdung findet nicht selten auch auf Facebook oder via Twitter statt. Trolle mögen diese Plattformen, weil Schmähbeiträge dort innerhalb kürzester Zeit von vielen Usern gesehen und geteilt werden können.
Ist das Ansehen einer Firma durch üble Nachrede und ungerechtfertigte Kritik erst einmal ruiniert, ist es schwer, den guten Ruf wiederherzustellen. Firmen, die sehen, dass in Foren oder sozialen Netzwerken Unwahrheiten oder Beleidigungen über sie verbreitet werden, sollten sofort handeln, um folgenschwere Schäden ihres Rufs zu vermeiden. Zudem ist es immer auch ratsam, im eigenen Betrieb ein professionelles Reputations- und Krisenmanagement zu betreiben.

Digitale Beschimpfungen oder Verleumdungen sind kein Kavaliersdelikt: Es handelt sich um Straftaten, die mit Freiheitsstrafen von einem (Beleidigung) bis fünf Jahren (Verleumdung) geahndet werden können. Dem Gesetz zufolge stellen ganz unterschiedliche Arten von Aussagen eine Straftat dar – etwa falsche Tatsachenbehauptungen. Stellt sich eine Behauptung als nachweislich unwahr dar, kann ein entsprechender Post auch als üble Nachrede gelten und bestraft werden. Noch gravierender ist die Straftat, wenn ein Mobber seine Behauptung „wider besseres Wissen“ tätigt – also obwohl er ganz genau weiß, dass sie nicht der Tatsache entspricht. In einem solchen Fall spricht das Gesetz von Verleumdung.

Lässt sich der Wahrheitsgehalt eines Posts nicht überprüfen, handelt es sich um ein Werturteil. Hiermit kann sich ein Mobber zumindest der Beleidigung schuldig machen. Dabei ist es im Ernstfall an den Gerichten, eine exakte Linie zwischen zulässigem Werturteil und einer Schmähkritik zu definieren.